Aus physiologischer Sicht weist der Huf des Esels mehrere Besonderheiten auf, die einen direkten Einfluss auf die Art und Weise haben, wie sich Hufwanderkrankungen entwickeln. Sein Horn wächst langsamer als das eines Pferdes und ist viel stärker. Die Struktur des Eselhufes ist von Natur aus steif und schränkt die Ausdehnung bei jedem Auftreten leicht ein, was die Stoßdämpfung im Vergleich zum Pferd verringert. Die Hufe der Esel sind weniger brüchig, was die Besitzer dazu veranlasst, die Intervalle der Hufschmiedearbeiten weiter auseinanderzulegen. Allerdings kann eine weniger regelmäßige Pflege zu einem Ungleichgewicht führen, was das Auftreten der Hufwandkrankheit begünstigt.
Wenn ein Problem in der weißen Linie auftritt, ermöglichen die Steifheit und Dichte des Horns nicht immer einen schnellen Abtransport von Feuchtigkeit und Schmutz, was das Fortschreiten von Läsionen begünstigt, insbesondere in einer feuchten Umgebung.
Der Esel neigt dazu, den Schmerz zu verbergen und nur leichte Symptome zu zeigen. Das bedeutet nicht, dass der Schmerz weniger intensiv ist, sondern lediglich, dass seine Verhaltensanzeichen diskreter und weniger offensichtlich sind.
Esel sind auch anfälliger für eine Form chronischer Hufrehe, auch wenn diese kaum sichtbar ist, wodurch die weiße Linie verbreitert und die Verbindung zwischen Wand und Sohle geschwächt wird. Dies erleichtert das Eindringen von Schmutz und Bakterien, die die Erkrankung der weißen Linie verursachen. Diese Besonderheiten erfordern regelmäßiges Ausschneiden und erhöhte Wachsamkeit in Zeiten hoher Feuchtigkeit, um Hufproblemen vorzubeugen.