
Die Sommerdermatitis (Sommerekzem) beim Pferd ist eine komplexe chronisch-entzündliche Dermatose, deren Behandlung immer noch zu oft auf empirischen Ansätzen beruht. Unter ihnen ist die Verwendung fetthaltiger Substanzen (pflanzliche Öle, Fette, reichhaltige Balsame) nach wie vor äußerst verbreitet.
Diese Wahl basiert auf einer intuitiven Logik: Die Haut nähren, eine Schutzbarriere schaffen und äußere Einflüsse begrenzen. Im Zusammenhang mit Dermatitis ist diese Strategie jedoch oft ungeeignet und sogar schädlich.
Die Analyse der physiopathologischen Mechanismen und der Wechselwirkungen zwischen Galenik (Darreichungsform) und entzündeter Haut zeigt, dass diese Formulierungen Läsionen und Pruritus aufrechterhalten oder sogar verstärken können.

Sommerekzem bei Pferden: eine Entzündung der Haut mit Dysfunktion der Hautbarriere
> Dermatitis bei Pferden: eine allergische Reaktion auf Stiche von Culicoides
Bei der Sommerdermatitis handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegenüber den Speichelantigenen der Culicoiden (Gnitzen).
Sie umfasst sowohl
- eine sofortige Reaktion (Histaminausschüttung)
als auch
- eine verzögerte Reaktion (Lymphozytenaktivierung)
Diese doppelte Antwort des Immunsystems führt zu:
- starkem Juckreiz
- anhaltender Entzündung
- einer fortschreitenden Veränderung des Hautgewebes
Durch mechanisches Kratzen werden die Läsionen dann verstärkt, wodurch ein sich selbst aufrechterhaltendes Milieu entsteht.
> Beeinträchtigung der Hautbarriere bei Pferden mit Dermatitis
Auf epidermaler Ebene werden mehrere Phänomene beobachtet:
- Desorganisation interzellulärer Lipide
- Erhöhung des Wasserverlustes (TEWL – transepidermaler Wasserverlust)
- Beeinträchtigung des Zusammenhalts der Hornschicht
Die Folgen:
- Die Haut wird durchlässiger für Reizstoffe
- Die thermischen Regulierungsfähigkeiten werden verringert
- Es kommt zu einer erhöhten Überempfindlichkeit gegenüber topischen Produkten
Eine Haut mit Dermatitis ist keine „normale“ Haut mehr: Sie reagiert nicht mehr in vorhersehbarer Weise auf herkömmliche Pflege.
Fettende Stoffe und Pferdedermatitis: eine okklusive Wirkung, die die Läsionen verschlimmert
> Fettende Stoffe bei Pferden: ein schädlicher okklusiver Film
Formulierungen, die reich an Ölen oder Wachsen sind, erzeugen einen kontinuierlichen Lipidfilm auf der Hautoberfläche.
Dieser Film führt zu:
- einer Verringerung der Hautatmung
- einer Verringerung der Verdunstung
- einem Wärmestau
Bei gesunder Haut kann dieser Effekt die Austrocknung begrenzen.
Bei entzündeter Haut wird das problematisch.
> Dermatitis beim Pferd: Einfluss des kutanen Mikroklimas (Hitze und Feuchtigkeit)
Bei einem Pferd, das an Sommerekzem leidet:
- ist die Haut bereits hypervaskularisiert
- ist die Hauttemperatur erhöht
- ist Schwitzen häufig
Das Auftragen einer fettigen Substanz führt zu:
- Wärmespeicherung
- einer Erhöhung der lokalen Feuchtigkeit
- einem Mazerationsphänomen
Diese Mikro-Umgebung fördert:
- einen verstärkten Juckreiz
- eine mikrobielle Vermehrung
- ein Fortbestehen der Entzündung
> Sommerekzem beim Pferd und Sonne: ein wesentlicher, verschlimmernder Faktor
- Wechselwirkung zwischen Sonneneinstrahlung und Fettstoffen
Fettstoffe können als thermische Sensoren fungieren:
- Absorption der Sonnenstrahlung
- Anstieg der lokalen Temperatur
- „erwärmende“ Wirkung auf bereits entzündeter Haut
Das verstärkt:
- Die Gefäßerweiterung
- Die Entzündung
- das Gefühl des Unbehagens
- Gefahr einer Photosensibilisierung
Bestimmte pflanzliche oder ätherische Öle haben ein Potenzial für eine Photosensibilisierung.
Auf geschädigter Haut wird:
- die UV-Toleranz verringert
- die Hautreaktivität erhöht
- das Risiko einer Hautreaktion daher erhöht
Dermatitis beim Pferd: Der Teufelskreis der fetthaltigen Produkte
> Der Mechanismus der Verschlimmerung einer Dermatitis
Die wiederholte Verwendung von fettigen Pflegeprodukten kann einen schädlichen Kreislauf auslösen:
1. Auftragen eines okklusiven Films
2. Steigerung der Wärme + Feuchtigkeit
3. Stimulation von Juckreiz
4. Kratzen
5. Verschlimmerung der Läsionen
Dieser Mechanismus ist typisch für schlecht gepflegte entzündliche Dermatosen.
> Eine trügerische Illusion von Effizienz
Fetthaltige Substanzen können eine sofortige Wirkung haben:
- Reduzierung der Reibung
- „geschütztes“ Aussehen
- vorübergehendes Gefühl von Wohlbefinden
Aber fettige Substanzen wirken nicht auf:
- die Entzündung
- die Hautreparatur
- die biologischen Mechanismen der Dermatitis
Die Besserung ist oft vorübergehend, gefolgt von einer Verschlechterung.
> Warum 100 % Ölprodukte eine häufige Verwendung finden… aber ungeeignet sind
Diese Formulierungen sind verbreitet, weil sie:
- einfach in der Herstellung,
- stabil
- und preiswert
sind.
Allerdings weisen sie im Zusammenhang mit Pferdedermatitis wichtige Einschränkungen auf:
- Das Fehlen einer wässrigen Phase, wodurch eine funktionelle Feuchtigkeitsversorgung der Haut nicht möglich ist
- Die Unmöglichkeit der Einarbeitung bestimmter essentieller hydrophiler Wirkstoffe (wie Panthenol, Glycerin usw.)
- Die ausgeprägte okklusive Wirkung, die das Mikromilieu der Haut nachteilig verändert
In der Praxis schränken diese Formulierungen die Versorgung mit Wirkstoffen, die für die Regulierung der Entzündungsreaktion und die Unterstützung der Hautreparatur wirklich relevant sind, stark ein.
Sie folgen daher in erster Linie einer Logik des mechanischen Schutzes, bleiben jedoch im Rahmen eines dermatologischen Ansatzes, der darauf abzielt, auf die biologischen Mechanismen der Dermatitis einzuwirken, unzureichend.



Welche Pflege bei Dermatitis? Ein nicht-okklusiver und physiologischer Ansatz
> Das Ziel: die Haut beruhigen und reparieren, ohne sie aus dem Gleichgewicht zu bringen
Ein moderner Ansatz zielt darauf ab:
- Okklusion zu begrenzen
- die Austauschfunktion der Haut zu respektieren
- die Reparatur der Epidermis zu unterstützen
- Entzündungen zu reduzieren
> Die Bedeutung der Galenik bei der Behandlung von Dermatitis
Die galenische Form bestimmt die Wirksamkeit:
Wir sollten:
- Gele
- Lotionen
- Emulsionen
- bevorzugen
Diese Formulierungen ermöglichen:
- eine bessere Penetration
- eine Wärmeableitung
- eine Verringerung des Mazerationsrisikos
Hier ist eine Neuformulierung, die flüssiger und spezialisierter ist und die die Besonderheiten des Produktes und die Wirkungsmechanismen klar integriert:
Welches Produkt gegen Dermatitis beim Pferd? Wirkmechanismus eines nicht-okklusiven Ansatzes mit Derma Equilibrium
> Eine Formulierung, die an entzündete und geschwächte Pferdehaut angepasst ist
Im Gegensatz zu öligen und fettigen Formulierungen wurde Derma Equilibrium entwickelt, um den spezifischen Anforderungen der Haut bei Dermatitis gerecht zu werden:
- Einschränkung der okklusiven Wirkung
- Respekt für die Mikroumgebung der Haut
- Kompatibilität mit geschädigter, entzündeter und regenerierender Haut
Die Formulierung als Emulsion ermöglicht die Kombination hydrophiler und lipophiler Phasen und bietet so einen umfassenderen Ansatz als 100 % ölige Formulierungen. Diese Struktur hilft, die Haut zu nähren und gleichzeitig ihre natürliche Austauschfunktion aufrechtzuerhalten, ohne Wärme und Feuchtigkeit einzuschließen, zwei Hauptfaktoren, die den Juckreiz verschlimmern.
> Wirkmechanismen auf die Haut bei Dermatitis
- 1. Modulation von Entzündungen und Linderung von Juckreiz
Die Kombination aus Wirkstoffen wie Zink und Pflanzenextrakten ermöglicht:
- die kutane Entzündungsreaktion zu modulieren
- gereizte Stellen zu beruhigen
- die Intensität des Juckreizes zu begrenzen
Diese Aktion ist wichtig, um den Kreislauf von Kratzen → Läsionen → Entzündungen zu durchbrechen.
- 2. Aktive Unterstützung bei der Hautreparatur
Inhaltsstoffe wie Panthenol und feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe tragen dazu bei:
- die epidermale Regeneration anzuregen
- die Barrierefunktion wiederherzustellen
- die funktionelle Feuchtigkeitsversorgung der Haut zu verbessern
Die Haut gewinnt nach und nach ihre Geschmeidigkeit zurück, wodurch Risse, Krusten und trockene Stellen, die Juckreiz verursachen, reduziert werden.
- 3. Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen Mikroklimas der Haut
Die nicht okklusive Emulsion ermöglicht:
- eine physiologische Verdunstung von Wasser
- eine effiziente Wärmeregulierung
- eine Verringerung der Mazerationsphänomene
Dadurch werden Bedingungen vermieden, die die Vermehrung von Mikroben und die Verschlimmerung von Läsionen begünstigen.
- 4. Schutz vor äußeren erschwerenden Faktoren
Die Formulierung beinhaltet außerdem:
- schützende Wirkstoffe gegen UV-Strahlen, die die Auswirkungen der Sonne auf geschwächte Haut begrenzen
- desinfizierende Wirkstoffe, nützlich für verletzte Bereiche oder Bereiche, die Sekundärinfektionen ausgesetzt sind
Dies schützt die Haut vor einer besonders aggressiven Umgebung im Sommer.
- 5. Indirekte Reduzierung des Kratzens und der Sekundärläsionen
Die Kombination besteht aus:
- der Verringerung des Juckreizes
- der Verbesserung der Hautverträglichkeit
- der Wiederherstellung der Flexibilität
Das Pferd kratzt sich weniger, was das Auftreten neuer Läsionen deutlich einschränkt und die Heilung fördert.
- 6. Zusätzlicher Effekt auf die Exposition gegenüber Insekten
Die Formulierung hat außerdem einen unattraktiven Geruch für Insekten, die Dermatitis verursachen.
Ohne wie ein Insektenabwehrmittel zu wirken, trägt sie dazu bei, wiederholte Angriffe der Gnitzen zu reduzieren.
Für eine umfassende und kohärente Pflege entdecken Sie unsere Pflegeroutine speziell für Dermatitis bei Pferden, die darauf ausgelegt ist, in jedem Stadium zu agieren und das Gleichgewicht der Haut nachhaltig zu unterstützen.